Wissenswert: Schwerpunkt Regulationspharmazie
Der Fisch im Aquarium

Besonders während einer medikamentösen Therapie macht es Sinn, die unterschiedlichen Ausscheidungsorgane anzuregen, um chemische Abbauprodukte der eingenommenen Medikamente verstärkt zu mobilisieren und auszuscheiden.

Die Geschichte vom Fisch im Aquarium

Stellen Sie sich einen Fisch im Aquarium vor. Sie freuen sich jeden Tag daran, wie putzmunter ihr Liebling sich in seiner Aquarium-Welt bewegt.

Eines Tages jedoch wird der Fisch krank. Er frisst nicht mehr und schwimmt ganz schief. Sie fischen ihn vorsichtig aus dem Wasser und fahren mit ihm zum Tierarzt.

Der Tierarzt tastet die Organe ab, testet Lungen- und Herzfunktion, entnimmt eine Blutprobe und untersucht den Fisch mit Ultraschall, sogar eine Röntgenaufnahme wird gemacht. Der Arzt findet die Ursache der Erkrankung nicht, aber er verordnet eine Medizin.

Nach dieser Untersuchungstortur nehmen Sie den Fisch wieder mit nach Hause und setzen ihn in sein Aquarium-Wasser zurück. Eine Weile scheint es ihm besser zu gehen. Nach kurzer Zeit aber wird er wieder krank.

Sollen Sie ihn nun wieder zum Arzt bringen, noch weitere Untersuchungen vornehmen lassen? Sie können auch anders vorgehen, indem Sie nicht nur den Fisch untersuchen lassen, sondern auch das Aquarium-Wasser unter die Lupe nehmen.

Ist es zu warm oder zu kalt? Stimmen der Kalkgehalt und der pH-Wert? Wie steht es mit dem Gehalt an Sauerstoff und dem Verschmutzungsgrad? Nur dann, wenn die Beschaffenheit des Aquarium-Wassers nicht zu sehr von den Werten abweicht, die der Fisch ertragen kann, wird er sich wohlfühlen.

Umgekehrt können Sie, indem Sie das Wasser untersuchen, feststellen, ob ein gesundes Leben in dieser Umgebung überhaupt möglich ist.

Der Fisch im Aquarium entspricht dem Menschen in seiner Umwelt. Nur wenn die Umweltbedingungen innerhalb gewisser Grenzen liegen, bleiben Lebewesen gesund.

Den Fisch im Wasser kann man sich ebenso als Zelle im Körper vorstellen. Das Aquarium-Wasser entspricht dann der Zellumgebung. Ähnlich wie der Mörtel in einer Steinmauer ist die Zellumgebung miteinander verbunden und durchzieht den ganzen Körper. Die Gesamtheit der Zellzwischenräume heißt Grundgewebe.

Hier finden wichtige Abläufe statt. Alle Stoffwechselvorgänge im Körper, die über Blut, Nerven oder Lymphgefäße den Zielort Zelle haben, enden nämlich nicht direkt in der Zelle, sondern kurz vor der Zelle, in dem so genannten Grund- oder Bindegewebe.

Dort werden Nährstoffe und Sauerstoff weitertransportiert, dort werden Zelltrümmer, Abfallstoffe und Gifte entsorgt und Informationen von Nervenzelle zu Nervenzelle weitergegeben. Nur in einem intakten Grundgewebe laufen die Vorgänge reibungs-los ab.

Im Falle eines verunreinigten Aquarium-Wassers wird derjenige Fisch zuerst sterben, der am meisten vorbelastet ist. Bei einem „unsauberen“ Grundgewebe werden diejenigen Zellen zuerst erkranken, die ebenfalls am meisten vorbelastet sind.

Das kann je nach Veranlagung und Lebensbedingungen ganz unterschiedlich sein. So entwickelt z. B. ein erblich vorbelasteter Patient schon früh einen Heuschnupfen, ein anderer entwickelt gar keinen, ein dritter erst viele Jahre später.

Warum ist ein gesundes Grundgewebe so wichtig?

Schadstoffe lagern sich im Grundgewebe ein, können sich addieren und verstärken. Ähnlich wie bei einem Fisch im verschmutzen Wasser zeigt sich die schädliche Wirkung nicht sofort, sondern oft erst viel später.

Lange bevor ein Mensch krank wird, gibt es Veränderungen im Grundgewebe. Eine Krankheit kann erst dann wirklich „geheilt“ sein, wenn auch das Grundgewebe, das „Aquarium-Wasser“, wieder hergestellt ist.

Was hält das Grundgewebe gesund?

Ausgeglichene Ernährung und Bewegung sind Voraussetzung, beides dient der Balance im Säure-Basen-Haushalt.

Gleichzeitig muss aber auch die „Müllabfuhr“ im Körper stimmen, also Schadstoffe entsorgt werden. Das geschieht über Leber und Darm, über die Harnwege, durch die Haut und Schleimhaut und über den Lymphfluss.

Foto/Video: © Fotolia / Romolo Tavani

Top