Wissenswert: Schwerpunkt Darm
Der Darm

Ein faszinierendes Organ

Während in asiatischen oder orientalischen Kulturen Bauch und Darm das Zentrum des Lebens sind, haben wir ein eher verkrampftes Verhältnis zu unserer Körpermitte. Wir übersehen dabei, was unser Darmsystem für uns leistet.

Im Laufe von 75 Lebensjahren nehmen wir fast 30 Tonnen Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit zu uns. Der Darm ist dabei das zentrale Ausscheidungsorgan in unserem Körper und wird nicht nur in der Ganzheitsmedizin, sondern auch in der Labordiagnostik als Gradmesser für den Gesundheitszustand des Menschen betrachtet. Er ist eine komplexe Stoffwechselfabrik, die unser Überleben sichert, und er ist ein wichtiges Immunorgan. Wussten Sie, dass der Darm auch eine Empfangsstation für Gefühle ist?

Somit ist der Darm das Zentrum unseres Wohlbefindens. Er steuert mit Milliarden von Mikroorganismen den Großteil aller Stoffwechselvorgänge in unserem Körper, produziert lebenswichtige Vitamine, Enzyme und Aminosäuren und neutralisiert belastende Stoffe, die mit der Nahrung zur Ausscheidung gelangen. Der Darm ist jener Körperbereich, wo der intensivste Kontakt mit fremden Stoffen stattfindet.

Deshalb benötigen wir eine äußerst leistungsstarke Schutzbarriere in Form von aktiven Bakterien an der Darmwand, die unser Körperinneres schützen. Der Darm des erwachsenen Menschen enthält über 500 verschiedene Arten von Mikroorganismen, die in ihrer Gesamtheit als „Darmflora“ bezeichnet werden. Ohne diese gesunde Vielfalt an Darmbakterien ist eine funktionierende Verdauung nicht möglich. Die Darmflora bildet auch Immunzellen im Darm, welche unseren Organismus gegen krankmachende Bakterien und Viren schützen.

Durch falsche Ernährung, Stress oder verschiedene Medikamente (Antibiotika, Corticoide u. a.) wird das harmonische Zusammenspiel von Darmschleimhaut, Darmmilieu und Darmflora gestört. Das hat zur Folge, dass sich krankmachende Keime ausbreiten können und nützliche Mikroorganismen verdrängt werden. Das körperliche Wohlbefinden wird beeinträchtigt und Blähungen, Verstopfung und Durchfall sind die Folge. 

Darmbeschwerden sind in den meisten Fällen harmlos. Vorsichtshalber sollte aber eine organische Ursache ausgeschlossen werden. Auf jeden Fall ist ein Arzt aufzusuchen, wenn plötzlich starke Blähungen mit Schmerzen, Erbrechen, Durchfall, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust oder Fieber auftreten.

Bei leichten Beschwerden, wenn die Auslöser bekannt sind, ist eine Selbstmedikation in Kombination mit einem angepassten Ernährungsverhalten zulässig.

So bleibt der Darm gesund

  • Machen Sie täglich Bewegung in der frischen Luft
  • Meiden Sie die „schnelle Küche“ mit großen Mengen Fett, Zucker und „leeren“ Kohlehydraten sowie übermäßige Mahlzeiten in der Nacht
  • Verzichten Sie auf kohlensäurehaltige Getränke und Abführmittel
  • Nützen Sie die Kräfte der Papaya, denn diese tropische Frucht ist das basischste aller Lebensmittel und besonders reich an Enzymen und Aminosäuren
  • Trinken Sie möglichst viel Wasser, das hilft „Giftstoffe“ aus dem Organismus zu leiten
  • Achten Sie darauf, Produkte ohne Konservierungsmittel und Emulgatoren zu kaufen, denn diese Stoffe können die Verdauung erheblich stören
  • Lernen Sie richtig mit Stress und Ärger umzugehen
  • Verwenden Sie möglichst wenige Zuckeraustauschstoffe, denn diese führen in größeren Mengen zu Blähungen
  • Bereiten Sie Ihre Speisen mit verdauungsfördernden Gewürzen wie Kümmel, Koriander, Majoran, Thymian, Ingwer u. a.
  • Entschlacken Sie Ihren Darm zumindest einmal jährlich mit entsprechenden Kräuterauszügen
  • Nehmen Sie regelmäßig gesunde Darmbakterien zu sich

Probiotika bringen die „ausgeflippte“ Darmflora wieder ins Gleichgewicht

Im Darm leben rund 100 Billionen Bakterien. Würde man sie auf eine Waage legen, wäre ihr Gewicht 2 Kilogramm. Die Bedeutung dieser Darmflora kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Der Begriff „Pro Bios“ bedeutet „Für das Leben“. Bereits vor vielen Jahren erkannte ein berühmter Arzt: „Der Tod sitzt im Darm“. Er hatte entdeckt, dass jene Völker, die täglich milchsaure Produkte (Probiotika) verzehrten, besonders widerstandsfähig gegen Krankheiten waren und ein sehr hohes Alter erreichten. Heute wissen wir, dass probiotische Bakterien das höchstausgebildete körpereigene Abwehrsystem im Darm schützen.

„Probiotika“ sind Produkte mit lebenden Mikroorganismen, welche, in ausreichender Menge zugeführt, einen gesundheitlichen Nutzen bringen. Von entscheidender Bedeutung für die Qualität des Probiotikums sind die Anzahl, die Vielfalt und die Lebensdauer der Bakterien.

Probiotika zeigen positive Effekte bei akuten, unkomplizierten Durchfallerkrankungen zu Hause und auf Reisen, nach einer Antibiotikatherapie zum Wiederaufbau der gestörten Darmflora und unterstützen die Aufnahme von Nährstoffen im Darm. Sie fördern und erhalten eine optimale Darmflora, stärken das Immunsystem, normalisieren die Darmtätigkeit bei Verstopfung, verringern die Häufigkeit und die Dauer von Durchfallerkrankungen und reduzieren Allergien.



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