Wissenswert: Schwerpunkt Mikronährstoffe
“Magenschoner” und Mikronährstoffe

Der Magen, im nüchternen Zustand ein ungefähr 20 cm langer Hohlraum, besteht aus den vier Schichten Bauchfell, Muskelschicht, Bindegewebe und Schleimhaut, grenzt oben an die Speiseröhre und mündet unten in den Dünndarm.

Stress, Hektik, Ärger und schnelles Hinunterschlingen der Nahrung ohne ausreichendes Kauen, regelmäßiger Alkoholkonsum, fette und geräucherte Speisen, Rauchen, bestimmte Medikamente wie Schmerzmittel, und andere Faktoren schaden der Magenschleimhaut. Es kommt zu entzündlichen Veränderungen, wodurch jene Schutzmechanismen beeinträchtigt werden, welche die Magenschleimhaut vor der schädigenden Magensäure bewahren.

Die Beschwerden können dabei sehr unterschiedlich sein. Typisch sind ein Druckgefühl und Schmerzen im Oberbauch, besonders nach dem Essen sowie Appetitlosigkeit. Bei vielen Patienten bessern sich die Symptome, wenn nach ärztlichem Anraten Medikamente, welche die Magensäureproduktion hemmen, verabreicht werden. Diese Säureblocker gehören zurzeit zu den am häufigsten verordneten Medikamenten.

So genannte „Protonenpumpenhemmer (PPI)“ können bei einem akuten Schub bei fast allen Patienten eine rasche Symptomkontrolle bewirken und eine eventuell vorhandene Entzündung zum Abklingen bringen. Die Therapie wird meist über acht Wochen durchgeführt. Treten die Beschwerden jedoch wiederholt auf, wird in der klassischen Medizin eine länger dauernde Erhaltungstherapie mit der halben Dosis angeschlossen und manchmal werden PPI auch als Dauertherapie eingesetzt. Dabei ist allerdings auf Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln zu achten.

PPI führen im Magen zu einer Anhebung des pH-Wertes auf ungefähr 4. Dadurch kann die Wirkung von Medikamenten und deren Aufnahme beeinträchtigt werden. In der Praxis sind besonders Akut-Arzneimittel, z. B. manche Antibiotika, davon betroffen. Bei PPI-Langzeiteinnahme ist auch vor allem die Versorgung von Vitamin B12, Eisen und Magnesium gestört und es können fallweise Mangelsymptome auftreten. PPI vermindern dosisabhängig die Aufnahme von Vitamin B12 aus der Nahrung.

Besonders gefährdet sind ältere Menschen ab 60 Jahren (eingeschränkte Säureproduktion des Magens), strenge Vegetarier, Alkoholiker, Patienten mit Magen-Darm-Störungen sowie Typ-2-Diabetiker, die mit Metformin behandelt werden. Eine regelmäßige Kontrolle der Vitamin-B12-Versorgung und eine Ergänzung von Vitamin B12 in Kombination mit Folsäure und Vitamin B6 erscheint hierbei empfehlenswert.

Die Magensäure spielt eine wichtige Rolle bei der Resorption und beim Transport von Eisen und Magnesium. PPI behindern deren Bioverfügbarkeit. Langfristig besteht vor allem bei vegetarischer Ernährung ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel. Infektanfälligkeit, Antriebsschwäche, Müdigkeit, Mundwinkeleinrisse und Haarausfall können die Folge sein.

Ein Abfall der Magnesiumspiegel im Serum und Vollblut ist besonders bei Personen angezeigt, die regelmäßig Diuretika einnehmen. Magnesiummangelsymptome sind Antriebs- und Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Nervosität, neuromuskuläre Übererregbarkeit, Schlafstörungen, unregelmäßige Herzrhythmen u. a.  

Foto/Video: © Fotolia / Robert Kneschke

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