Wissenswert: Schwerpunkt Mikronährstoffe
Nährstoffkombinationen

NährstoffkombinationenEs muss immer darauf geachtet werden, ob Wechselwirkungen bei Arzneimitteln bestehen oder bei der Einnahme von verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln auftreten können.

In physiologischen (den normalen Lebensvorgängen entsprechenden) Dosen sind fast alle Mineralstoffe miteinander kombinierbar. Meist haben sie dann auch einen gegenseitig unterstützenden Effekt. Bezüglich der gleichzeitigen Einnahme von Magnesium und Calcium gab es früher in der wissenschaftlichen Betrachtung unterschiedliche Behauptungen. Einerseits kam man in einer Studie zum Schluss, dass Magnesium der generelle Gegenspieler von Calcium sei. Andererseits zeigen neuere Forschungsergebnisse die Notwendigkeit der Kombination beider Mineralstoffe.

Tatsache ist: Magnesium ist der „physiologische“ Calcium-Gegenspieler. Es ist immer dort zu finden, wo auch Calcium benötigt wird, wie etwa in Knochen- und Bindegewebe oder auch in Leber und Muskulatur. Chemisch gesehen sind beide Mineralstoffe allerdings keine Gegenspieler und somit findet auch keine gegenseitige Hemmung bei der Aufnahme im Darm statt. Die Aufnahme von Calcium und Magnesium erfolgt nach der Einnahme (egal ob über das Essen oder als Nahrungsergänzungsmittel) aus dem Darminhalt.

Beide Mineralstoffe haben jeweils ihr eigenes Aufnahmesystem im Darm. Unverträglichkeiten treten eher bei der Einnahme zum Essen oder mit Ballaststoffen auf. Diese reduzieren die Aufnahme etwas. Grundsätzlich ist es aber wichtig, prinzipielle Speichermängel zu verhindern, damit der Blutplasmaspiegel sichergestellt werden kann, egal aus welchen Quellen. Eine tägliche Zufuhr von ca. 1000 mg Calcium und 375 mg Magnesium sollte der Körper insgesamt bekommen. Das viel zitierte 2,5:1 Calcium/Magnesium-Verhältnis kommt daher aus dieser physiologischen Notwendigkeit und es macht durchaus Sinn, es bei einer Nährstoffergänzung einzuhalten.

Ist es sinnvoll, ein kombiniertes Nährstoffprodukt einzunehmen?
In manchen Quellen ist zu lesen, dass Zink die Kupfer- und Eisenaufnahme stört und anorganisches Selen auf gar keinen Fall mit Vitamin C kombiniert werden darf. Bei genauer Betrachtung verschiedenster Multivitaminprodukte sind aber genau diese Kombinationen enthalten. Auch in unserer Ernährung treffen die genannten Nährstoffe regelmäßig aufeinander. Grundsätzlich sind Multivitaminpräparate niedrig dosiert, denn ihr Ziel ist es, eine gewisse Grundversorgung an Vitaminen und Spurenelementen zu sichern. In höheren, also therapeutischen Dosen, kann es allerdings zu Wechselwirkungen kommen.

„Auf die Dosis kommt es an!“ Eisen ist hier ein besonders problematischer Nährstoff.

Kam-Apo-Tipp:
Wenn Eisen zum Ausgleich eines Mangels in hohen Dosen eingesetzt wird, dann ist zu den Nährstoffen Chrom, Zink, Calcium, Kupfer und Mangan unbedingt ein mehrstündiger Einnahmeabstand einzuhalten. Die Kombination von Eisen mit Vitamin C oder einem Glas Orangensaft kann die Effektivität einer oralen Eisentherapie verbessern.

 

Zuletzt aktualisiert: 23. November 2023

Foto/Video: © ronedya / 123RF

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