Wissenswert: Schwerpunkt Hygiene
Mund-Nasen-Bedeckung

Wegen des Corona-Virus gibt es immer wieder die Pflicht, Mund und Nase im öffentlichen Bereich und beim Einkaufen zu bedecken. Das Tragen von Gesichtsmasken ist allerdings für manche Menschen belastend und der Umgang damit für viele nicht wirklich verständlich.

Aus diesem Grund erscheint es in diesem Zusammenhang wichtig, den Gebrauch von Mund- und Nasen-Schutz zu erklären.

Eine selbst genähte Mund-Nasen-Bedeckung aus Stoff sowie einfache OP-Masken bieten für den Träger keinen ausreichenden Schutz gegen Viren und Bakterien. Diese Bedeckungen können aber das Risiko minimieren, andere anzustecken, denn sie verringern die Geschwindigkeit des Atemstroms sowie des Speichelauswurfs. Neuere Daten haben aber gezeigt, dass auch das Tragen einer einfachen Mund-Nasen-Bedeckung bis zu einem gewissen Grad vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen kann. Bewiesenermaßen wird SARS-CoV-2 hauptsächlich durch feine Tröpfchen beim Husten und Sprechen übertragen, die auf den Schleimhäuten von Auge, Nase oder Mund einer anderen Person landen.

Zum besten Schutz muss die Mund-Nasen-Bedeckung eng anliegen und im Falle einer Durchfeuchtung gewechselt werden. Durch das Tragen dieser Bedeckung darf auch kein falsches Sicherheitsgefühl entstehen. Die normale Basishygiene wie regelmäßiges Händewaschen und das Gebot zum Abstandhalten ist keinesfalls zu vernachlässigen. Fest gewebte Stoffe sind für selbst genähte Masken besser geeignet als leicht gewebte und der verwendete Stoff muss kochfest sein. Weiterhin sollte das Atmen durch den Stoff gut möglich sein. Diese Bedingungen erfüllen etwa Baumwolle oder Leinen.

Beim Umgang mit Personen mit bestätigter oder wahrscheinlicher Corona-Virus-Infektion werden selbstverständlich andere Masken benötigt. Hier kommen Atemschutzmasken, auch als FFP-Masken (filtering face piece) bezeichnet, zum Einsatz. Diese schützen die tragende Person vor dem Einatmen auch kleinster luftgetragener Partikel und Tropfen. FFP2-Masken filtern mindestens 94% dieser Partikel aus der Atemluft, die Undichtheit darf maximal 8% betragen. FFP-Masken sind für eine Arbeitsschicht von 8 Stunden und normalerweise zum Einmalgebrauch gedacht.

Beim Abnehmen jeder Art von Mund-Nasen-Bedeckung gilt, dass die Außenseite potenziell verunreinigt ist und eine Kontamination des Trägers insbesondere im Gesicht vermieden werden muss. Der Innenbereich darf nicht „verseucht“ werden, vor dem Anziehen sollten Sie deshalb gründlich die Hände mit Seife waschen.

Die Maske muss über Mund, Nase und Wangen platziert werden und möglichst eng anliegen. Eine durchfeuchtete Maske bitte wenig mit den Händen berühren. Nach dem Absetzen die Hände wieder gründlich mit Seife waschen. Idealerweise werden Stoff-Masken nach einmaliger Nutzung bei 95°C, mindestens aber bei 60°C gewaschen und vollständig getrocknet.

Kunststoff-Schutzvisiere in unterschiedlicher Ausführung gelten als mögliche Alternative. Sie sind besser als nichts, aber längst nicht gut. Laut Experten der Österreichischen Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin sind sie jedenfalls keine gleichwertige Lösung. Sie sind eine Alternative für Personen, die aus medizinischen Gründen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können. Sie erreichen damit einen gewissen Selbstschutz und leisten gleichzeitig einen zumutbaren, wenn auch geringen Beitrag zu den derzeit getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung einer Pandemie. Die Mindestanforderungen dafür allerdings sind: Das Visier muss deutlich unter das Kinn reichen, bis zu den Ohren gehen und die Verbindung des Kopfteiles mit der Stirn sollte durchgehen sein und dicht sitzen.

Zuletzt aktualisiert: 26. August 2020

Foto/Video: © Ekaterina Lutokhina / 123RF

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