Wissenswert: Thema Naturheilkunde
Heilpflanzen bei Harnwegsinfekten

Die Goldrute (Solidago virgaurea)

Blasenprobleme können in jedem Alter auftreten. Frauen leiden besonders häufig daran. Verantwortlich dafür ist die deutlich kürzere Harnröhre im Vergleich zu der langen Harnröhre bei Männern. Dadurch wird der Aufstieg von Keimen über die Harnröhre in die Harnblase erleichtert.

Harnwegsinfektionen werden in der Regel durch Bakterien, seltener durch Viren, Pilze oder Parasiten ausgelöst. Mikrobielles Fremdleben kann sich durch Unterkühlung von Gesäß, Beinen und Füßen, Stress, hormonelle Schwankungen in der Pubertät, Schwangerschaft und den Wechseljahren ausbreiten. Für die Entstehung einer Reizblase, „Syndrom der überaktiven Blase“, kann auch eine „überreizte Seele“ verantwortlich gemacht werden, denn Nieren- und Blasentätigkeit sind eng mit dem Seelischen des Menschen verbunden. 

Eine Blasenentzündung ist zwar unangenehm, aber in den meisten Fällen harmlos. Die typischen Symptome sind ständiger Harndrang mit geringer Harnmenge, Schmerzen beim Wasserlassen und Krämpfe im Unterbauch. Unkomplizierte Harnwegsinfektionen, bei denen die Betroffenen zwar unter Schmerzen beim Harnlassen leiden, sich aber nicht allgemein krank fühlen, können mit Heilpflanzen effektiv behandelt werden. Dabei kommen vor allem die Bärentraube, Goldrute und Zinnkraut zum Einsatz.

Die Bärentraube, Arctostaphylos Uva-ursi, wächst im nördlichen Europa und wirkt vorwiegend antibakteriell. Die Heilreaktion erkennt man an der Braunfärbung des Harns und am Nachlassen der Schmerzen. Dann sollte die Anwendung beendet werden.

Solidago virgaurea, die Goldrute, ist ein an Waldrändern und Lichtungen wachsendes Kraut und gilt heute als eines der besten Mittel bei entzündlichen Prozessen der Harnwege. Sie ist wahrscheinlich der stärkste Wassertreiber in der Pflanzenheilkunde.

Zinnkraut oder Schachtelhalmkraut, Equisetum arvense, wurde früher wegen des hohen Kieselsäuregehaltes zum Reinigen von Zinngeschirr verwendet, wodurch sich auch der Name ableitet. Nach chinesischer Auffassung bildet dieser außergewöhnliche Gehalt an Kieselsäure den Bezug zur Niere. Gut funktionierende Nieren sind die Speicher der Lebenskraft und richten den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes auf. Zinnkraut ist harntreibend, remineralisierend, kräftigend und unterstützt damit diesen Prozess.

Therapie begleitend sind mindestens zwei Liter Wasser oder Teezubereitungen aus harntreibenden Arzneipflanzen über den Tag verteilt zu trinken. Dadurch wird die Blase regelmäßig entleert und die Erreger herausgespült.

Bessern sich die Beschwerden nach naturheilkundlicher Behandlung nicht innerhalb von drei Tagen oder kommen weitere Symptome wie Fieber und starke Schmerzen hinzu, ist ein Arzt aufzusuchen.

Foto/Video: © Fotolia / Heike Rau

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