Wissenswert: Thema Naturheilkunde
Die Echte Kamille ist seit Jahrhunderten bewährt

Man sagt, dass die Echte Kamille, Matricaria recutica oder auch Chamomilla recutica bzw. Matricaria chamomilla, am liebsten dort wächst, wo sie am meisten zertreten wird, an Wegrändern, auf Schuttplätzen, Ödstellen, in Weinbergen, an Mauern und im Acker.

Es handelt sich um ein einjähriges Korbblütlergewächs, welches 30 bis 50 cm hoch wird. Ihr Erscheinungsbild ist strahlend, und sonnenhaft sind ihre balsamisch duftenden Blütenköpfchen. An der Kamille ist nichts Verspanntes und Verkrampftes zu finden, alles an ihr ist luftig und leicht.

Die Kamille ist seit alters her ein beliebtes Volksheilmittel. Früher glaubte man, die Heilkräfte wären so groß, dass es genüge, sie neben andere kranke Pflanzen zu setzen, um diesen neue Lebensgeister zu verleihen. Inzwischen gehört sie zu den am besten erforschten Heilpflanzen.

Wichtigster Bestandteil dieser Arzneipflanze ist das ätherische Öl, das Chamazulen enthält und deshalb eine blaue Färbung hat. Die einzigartige Heilkraft ergibt sich aus dem Zusammenspiel der Inhaltsstoffe, welche für die entzündungshemmende, desinfizierende, krampflösende, schmerzstillende und erweichende Wirkung verantwortlich sind.

Die Kamille ist ein beliebtes Volksheilmittel in der Hausapotheke, insbesondere wird sie bei Koliken, Darmbeschwerden der Kinder sowie als ausgesprochenes Frauenkraut geschätzt. Sie lindert Krämpfe und Schmerzen während der Menstruation und beseitigt manche Unpässlichkeit zur Zeit der Schwangerschaft und im Wochenbett. Letztlich rühmt man die Kamille als vortreffliches Wundheilmittel.

Der Tee als Aufguss der Blüten wird bei Magenkrämpfen, Magenschleimhautreizung, Koliken im Magen-Darm-Trakt, Blähungen, Durchfall, Brechreiz, Entzündungen im Mund- und Rachenbereich und zur Linderung nach Zahnoperationen empfohlen. Die Tinktur wird zur gleichen Heilanzeige verwendet.

Die Kamillen-Rollkur mit einem starken Kamillentee kann zur Linderung bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren beitragen (Teezubereitung: Für eine Tasse Tee 1 Esslöffel voll Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen). Am Morgen trinkt man nüchtern 2 Tassen Kamillentee und liegt dann 10 Minuten auf dem Rücken, 10 Minuten auf der rechten Seite, 10 Minuten auf der linken Seite und zuletzt 10 Minuten auf dem Bauch. Dadurch können alle Teile der Magenwand mit den heilsamen Stoffen der Kamille in Berührung kommen. Nach der Rollkur bleibt man noch eine halbe Stunde liegen und nimmt erst dann das Frühstück ein. Die Kur kann 1 bis 2 Wochen lang durchgeführt werden, anschließend trinkt man nach den Mahlzeiten eine Tasse Kamillentee in üblicher Dosierung (Teezubereitung: Für eine Tasse Tee 1 Teelöffel voll Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen).

Unser Hinweis: Der überdosierte und längere Gebrauch kann bei empfindlichen Personen zu Magenkrämpfen mit Unwohlsein und Reizbarkeit sowie zur Hemmung der Darmperistaltik und Lähmung der glatten Muskulatur führen.   

Inhalationen mit Kamillendampf (1 bis 2 Esslöffel Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen) werden bei Schnupfen, Neben- und Stirnhöhlenkatarrh angewendet. Die Kamille ist durch ihre antibakterielle Wirkung in der Lage, gegen Infekte der Atemwege wie Bronchitis und Nasennebenhöhlenzündung anzukämpfen. Wasserdampfinhalationen werden entweder klassisch als Kopfdampfbad mit Schüssel und Handtuch durchgeführt oder man setzt spezielle Dampfinhalatoren ein. Diese bestehen aus einem Innentopf für das heiße Wasser und einem Außentopf mit Aufsatz für Mund und Nase. 

In der Homöopathie war die Arznei Chamomilla recutica lange Zeit Hahnemanns meist verordnetes Heilmittel. Dieses Homöopathikum ist ein erstklassiges Schmerzmittel. Bei Auftreten von Schmerzen gleich welcher Art, oftmals mit ziehendem und reißendem Charakter, reagiert der Betroffene außerordentlich empfindlich, gereizt, unruhig und wehklagend. Man kann Schmerzen in keiner Weise ertragen und verfällt in ein fürchterliches Gejammer.

Oftmals werden die schmerzhaften Beschwerden von einer lahmen, tauben Empfindung begleitet oder hinterlassen ein unangenehmes Taubheitsgefühl. Nicht selten wird Hitze im Kopf mit Kopfschweiß und Röte der einen Wange beobachtet, wobei der Schmerz durch Wärme verschlimmert wird.

Chamomilla recutica ist außerdem ein ausgezeichnetes Entzündungsmittel, sei es bei fieberhaften Erkrankungen, Mittelohrentzündung, Mandelentzündung mit Ohrbeteiligung oder krampfhaftem Husten.

Des Weiteren empfiehlt sich das Mittel bei Krämpfen, vor allem bei kolikartigen Bauchkrämpfen sowie Magenkrämpfen mit gerötetem Gesicht und Schweißausbruch. Auch bei krampfhaften Menstruationsbeschwerden ist das Homöopathikum eine bewährte Alternative.

Selbst bei rheumatischen Beschwerden kann Chamomilla recutica ein wertvolles Mittel der Wahl sein, insbesondere wenn die Schmerzen den Kranken aus dem Bett treiben und ihn zum Umhergehen zwingen. Er ist unruhig, verzweifelt und klagt gleichzeitig über eine taube Empfindung an den schmerzenden Körperstellen.

Foto/Video: © Fotolia / photocrew

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