Wissenswert: Thema Naturheilkunde
Die scharfe Wurzel „Ingwer“

Ingwer, Zingiber officinale, ist ein mehrjähriges über ein Meter hohes, schilfartiges Gewürzliliengewächs (Zingiberaceae), dessen Charakteristikum in der hornig-verdickten, geweihähnlichen Wurzel liegt. Diese bringt uns Gesundheit und Wohlbefinden.

Der Ingwer war ursprünglich in Südostasien heimisch, wird aber fast nicht mehr wild vorgefunden. Heute ist die Rhizom bildende Staude überall in den Tropen und Subtropen verbreitet und wird erwerbsmäßig angebaut.

Liebhaber erkennen sogar, aus welchem Land der Ingwer stammt. Westafrika produziert sehr scharfe Rhizome, Australien besonders milde und die besten überhaupt sollen auf Jamaika zu Hause sein. Der Ingwer, der in unsere Supermärkte gelangt, stammt meistens aus Brasilien.

Ob sein Fleisch noch schön saftig ist, kann man durch leichtes Drücken feststellen. Frischer Ingwer ist fest. Lässt sich das Wurzelstück hingegen biegen und besitzt eine schrumpelige Oberfläche, dann ist es schon älter und das Fleisch meist faserig und holzig. Daheim bewahrt man Ingwer am besten im Gemüsefach des Kühlschranks auf. Dort kann er wochenlang liegen, allerdings verliert er nach einigen Tagen merklich an Frische und Aroma.

Ingwer ist eine alte indische und chinesische Heilpflanze. Hildegard von Bingen lobte die Heilkraft der Wurzel wie auch Paracelsus. Verschiedenste wissenschaftliche Untersuchungen haben die Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel analysiert und die Wirkungsweise auf den menschlichen Organismus nachgewiesen. Die Hauptwirkstoffe sind ätherische Öle (Scharfstoffe). Außerdem findet man u. a. noch Schleimstoffe.

Diese Wirkstoffkombination aktiviert die Verdauungsorgane und die Peristaltik des Darmes, ferner zeigt sie appetitfördernde, blähungswidrige, gallensekretionsanregende, darmentgiftende, stärkende, erwärmende und kreislaufstimulierende Eigenschaften.

Eine amerikanische Forschungsgruppe konnte durch verschiedene Studien beweisen, dass die Wirkstoffe von Ingwer einen bedeutenden Schutz gegen Übelkeit, Erbrechen und Schwindelzustände bei Auto-, Bus- und Seefahrten darstellen.

Ingwer-Tee von frischen oder getrockneten Wurzeln wird zur Behandlung von Magenleiden, Magengeschwüren, Übelkeit, Erbrechen, Übelkeit nach Narkosen, Blähungen, Gasbildung, Entzündungen in Magen und Darm, zum Schutz der Darmwand, zur Entgiftung des Darmes, zur Förderung der Speichelsekretion, zur Linderung von Regelkrämpfen und Durchblutungsstörungen und bei Kältegefühl des Körpers empfohlen.

Der Gebrauch von Ingwer in der Küche, sei es als Pulver oder frisch geraspelte Wurzel, besitzt für die Gesundheit des Menschen große Vorteile, indem er den Darm vor der Ansiedlung schädlicher Bakterien schützt, Blähungen und Gasbildung verhindert, die Verdauung fördert und den Magen stärkt.

Foto/Video: © Fotolia / LianeM

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