Wissenswert: Thema Naturheilkunde
Die Nachtkerze – Heil- und Kosmetikpflanze

Die Gemeine Nachtkerze, Oenothera biennis, ist ein bis zu 1,5 m hohes, goldgelb blühendes, an Sandböschungen und Wegrändern wild wachsendes Staudengewächs, dessen duftende Blüten sich erst in der Nacht für wenige Stunden öffnen. Im 18. und 19. Jahrhundert stand der praktische Nutzen der Pflanze im Vordergrund.

Sie wurde in vielen Bauerngärten kultiviert, denn man hatte ihren Wert als Gemüsepflanze erkannt, eine Eigenschaft, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Vor allem die Wurzel wurde als stärkehaltiges Gemüse verzehrt.

Heutzutage gelten die winzigen Samen als kostbarster Bestandteil der Nachtkerze. Aus ihnen wird durch Pressung oder Extraktion das fette Nachtkerzen-Samenöl gewonnen. Es enthält bis zu 10% der mehrfach ungesättigten Fettsäure Gamma-Linolensäure, die im Pflanzenbereich grundsätzlich nur spärlich vorhanden ist.

Wissenschaftler stellten fest, dass das Fehlen dieser Fettsäure im menschlichen Organismus zu vielen gesundheitlichen Störungen wie Hautentzündungen, Haarausfall, Wachstumsstörungen u. a. führen kann. Die Gamma-Linolensäure, wie sie im Samen der Nachtkerze vorhanden ist, bildet die Vorstufe für das so wichtige Prostaglandin E. Prostaglandine sind biologisch hochaktive, in verschiedenen Körpergeweben gebildete lokale Hormone, die eine sehr große Bedeutung für die Zellfunktionen haben und als Überträgerstoffe die Wirkung vieler Botenstoffe im Körper erst möglich machen. Im Gegensatz zu den klassischen Körperhormonen werden sie nicht gespeichert, sondern müssen im menschlichen Organismus immer wieder neu gebildet werden.

Alkohol- und Nikotinmissbrauch, zuviel Tierfett, Bewegungsmangel, Virusinfektionen, Zuckerkrankheit, ungenügender Schlaf und Stresssituationen machen die Gamma-Linolensäure-Verwertung außerordentlich schwer. Verschiedene Studien haben überzeugende Resultate beim prämenstruellen Syndrom (Regelschmerzen, Krämpfe, starke Blutungen und Reizbarkeit), bei Wechseljahrbeschwerden (Wallungen, Schwindel, Schweißausbrüche) sowie bei erhöhten Cholesterinwerten (Verbesserung der Cholesterin-Müllabfuhr im Körper) gezeigt.

Auch die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit konnte durch die Nahrungsergänzung mit Nachtkerzenöl-Kapseln positiv beeinflusst werden. Bis zu einer spürbaren Wirkung müssen diese allerdings über mehrere Wochen eingenommen werden. Meistens genügen 2 Kapseln mit je 500 mg reinem, naturbelassenem Nachtkerzenöl täglich nach dem Essen.

Typische Neurodermitis-Symptome wie Juckreiz, Schuppung und Rötung können durch die lokale Anwendung von Nachtkerzenöl verbessert werden. Die geschädigte Hautbarriere regeneriert sich dabei.

Die in der Kamillen-Apotheke selbst gemachte Nachtkerzenölsalbe mit Aloe Vera hat sich seit Jahren als Spezialpflege für empfindliche und sehr trockene Haut bewährt. Die Rauigkeit reduziert sich und die Hautelastizität nimmt zu. 



Lesen Sie weitere Beiträge zum Thema:
, , , , , ,


Top