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Wissenswert: Thema Naturheilkunde
Die Brennnessel

„Was ist verächtlicher oder auch verhasster als eine Nessel?“
Die Große Brennnessel (Urtica dioica) sticht und beißt förmlich in den Fingern, wenn man ihr zu nahe kommt.

Die Botaniker bringen dieses Feuer der Pflanze mit dem lateinischen Gattungsnamen „Urtica“ (urere = brennen) zum Ausdruck. Die Pflanze, die uns mit ihren brennenden Haaren verkündet: „Komm mir nicht zu nahe“, läuft uns auf jeden Tritt und Schritt nach, denn sie ist überall zu finden.

Die Brennnessel ist eine alte Heilpflanze. Sie wurde früher bei Arthritis, Drüsenschwellungen, Ekzemen und Gicht verwendet. Neuzeitliche Analysen haben bei ihr beträchtliche Wirkstoffmengen nachgewiesen: Chlorophyll, Histamin, Gerbstoffe, Vitamin A, C und E, Eisen, Magnesium, Silizium, Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor, Bio- und Phytostimulantien, Enzyme, Schleimstoffe u.a. Hervorzuheben ist der hohe Eisengehalt der Brennnessel, der für die Blutbildung eine wichtige Rolle spielt. Als erstes Wildgemüse nach dem Winter ist sie zur Entschlackung und Kräftigung besonders geeignet, wie schon Hildegard von Bingen wusste: „Wenn sie frisch aus der Erde sprießt, ist sie gekocht nützlich für die Speisen der Menschen, weil sie den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt.“

Der Blattextrakt wirkt entzündungshemmend. Daraus ergeben sich die beiden üblichen Anwendungen:

Bei rheumatischen Beschwerden ergänzend zur Therapie mit synthetischen Antirheumatika (NSAR), deren Dosis dadurch herabgesetzt werden kann.

Zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten und zur Vorbeugung von Nierengrieß. Die Tagesdosis beträgt ungefähr 10 Gramm und wird als Aufguss bereitet. Fertigpräparate gibt es in der Kamillen-Apotheke als Filterbeutel, Presssaft oder Tinktur. Neben der innerlichen Einnahme wird Brennnesseltinktur volksmedizinisch auch äußerlich zum Einreiben rheumatischer Gelenke verwendet und ist in manchen Haarpflegemitteln enthalten.

Die Brennnesselwurzel enthält Wirkstoffe, die entzündungshemmend wirken und ein Phytohormon, das den Stoffwechsel bestimmter Sexualhormone moduliert, die bei älteren Männern zur gutartigen Vergrößerung der Prostata (BPH) beitragen. Brennnesselwurzeln vermögen Miktionsbeschwerden (Harnabflussstörungen) und Restharnmengen bei Prostatavergrößerungen zu lindern. Es sind zahlreiche Fertigpräparate im Handel. Bemerkenswert ist, dass auch bei langer Anwendung üblicherweise keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten.

Als Arzneipflanze steht neben der Großen Brennnessel (Urtica dioica), von der bis jetzt die Rede war, gleichberechtigt die Kleine Brennnessel (Urtica urens), die jedoch viel seltener ist und, wie schon der Name vermuten lässt, viel weniger Teedrogenmasse produziert, sodass sie in der pharmazeutischen Praxis keine große Rolle spielt.

Während in der Phytotherapie vorwiegend Urtica dioica verwendet wird, bedient sich die Homöopathie der Urtica urens, die eine noch stärkere Brennkraft auf die Haut besitzt. Die Urtinktur wird aus der frisch blühenden Pflanze hergestellt. Homöopathisch ist Urtica urens vor allem bei Urtikaria (Nesselsucht) im Einsatz und zwar bei allergischen Hauterscheinungen, wie sie durch Brennnesselkontakt zustande kommen können. Symptomatisch sind brennende und beißende Quaddeln sowie ödematöse Anschwellungen.

Die Arznei bewährt sich bei Nesselsucht nach Erdbeergenuss oder anderen Früchten, nach Meeresfrüchten, Muschelvergiftungen, Allergien auf Fisch oder durch typische allergische Hautreaktionen nach dem Baden, nach körperlicher Anstrengung oder nach Überhitzung. Ein weiteres Indikationsgebiet sind Gichtanfälle und Rheuma mit Urtikaria. Außerdem wird in der Homöopathie Urtica urens erfahrungsgemäß bei Milchmangel nach der Geburt und versiegender Milchproduktion eingesetzt.

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2022

Foto/Video: © slasta / 123RF

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