Wissenswert: Schwerpunkt Mikronährstoffe
Mikronährstoffräuber
Industrielle Lebensmittelverarbeitung und Umweltbelastungen beeinträchtigen die Verfügbarkeit von Mineralstoffen aus unserer Nahrung. Bei der Herstellung von Getreidemehl beispielsweise gehen bis zu 80% der ursprünglichen Mineralstoffe und Vitamine verloren.
Auch einseitige Ernährung und Stress tragen dazu bei, dass bei Mineralien wie Calcium, Magnesium, Kalium, Eisen, Jod, Selen und Zink relativ häufig eine ernährungsbedingte Unterversorgung in der Bevölkerung auftritt. Ein weiterer Faktor, der einen Mangel bzw. Mehrbedarf an Mineralstoffen und Vitaminen verursacht, ist die regelmäßige Einnahme von Arzneimitteln. Mikronährstoffe und Arzneimittel benutzen in unserem Körper bei der Aufnahme, Umwandlung und Ausscheidung die gleichen Transport- und Stoffwechselwege und können sich dabei auch konkurrieren.
Das ist einer der Gründe, warum bei chronischer Medikamenteneinnahme das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen steigt. Werden ein oder mehrere Arzneimittel langfristig eingenommen, besteht daher immer das Risiko für Wechselwirkungen mit dem Mikronährstoffhaushalt. Dadurch kann sowohl die Wirkung eines Arzneimittels als auch die natürliche Funktion eines Mineralstoffs oder Vitamins gestört werden.
Einige Beispiele zum medikationsorientierten Einsatz von Mikronährstoffen:
Vitamin C zum Grippepräparat
Unter einer Acetylsalicylsäure (ASS)-Therapie (bei Erkältung, Schmerzen oder zur Blutverdünnung) fallen die Vitamin C-Spiegel im Magensaft, Plasma und Urin ab. Auch der Vitamin C-Gehalt im Gewebe sinkt. Durch die Kombination mit Vitamin C lassen sich unerwünschte Wirkungen von Acetylsalicylsäure auf die Magenschleimhaut deutlich senken. Ergänzend sind Vitamin D und Selen von Bedeutung.
Magnesium bei Bluthochdruck
Neben der klassischen medikamentösen Bluthochdruck-Therapie kann die Ergänzung von Magnesium (ca. 400 mg/Tag) den Bedarf an blutdrucksenkenden Medikamenten verringern, die Herz- und Gefäßfunktion verbessern sowie Magnesiumverluste durch die Therapie kompensieren.
Coenzym Q10 bei cholesterinsenkenden Medikamenten
Coenzym Q10, eine vitaminähnliche Substanz, spielt eine zentrale Rolle bei der Energiegewinnung, indem es mithilft, Nahrungsenergie in Zellenergie umzuwandeln. Eine Unterversorgung kann sich durch Symptome wie Abgeschlagenheit, Antriebsschwäche, Muskelschwäche und Muskelschmerzen äußern. Achten Sie besonders darauf, wenn Sie längerfristig cholesterinsenkende Medikamente (Statine) einnehmen. Diese führen durch die Hemmung eines speziellen Enzyms einerseits zu einer Senkung des Cholesterinspiegels, vermindern andererseits aber gleichzeitig die Ausgangsstoffe für die Biosynthese von Coenzym Q10. Dadurch kann ein Mangel an Coenzym Q10 entstehen und sein Plasmaspiegel sinkt.
Abschließend sei gesagt, dass je besser der Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt ist, desto harmonischer und leistungsfähiger läuft der Stoffwechsel und umso aktiver ist unser Immunsystem.
Zuletzt aktualisiert: 12. Mai 2026
Foto/Video: © illiabondar / 123RFLesen Sie weitere Beiträge zum Thema:
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