Wissenswert: Schwerpunkt Arzneistoff
Durchfall als Folge einer antibiotischen Therapie

Die Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts ist mit einer Oberfläche von bis zu 400 m2 das größte Kontaktorgan des Menschen mit der Umwelt.

Neben der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen sowie der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten erfolgt hier eine ständige Kontrolle der aufgenommenen Nahrung auf schädliche Bestandteile. Antibiotika stören das biologische Gleichgewicht der Darmflora erheblich und begünstigen durch die Schädigung der physiologischen Mikroflora die Ansiedelung von krankmachenden Fremdkeimen, denn sie bekämpfen nicht nur die Bakterien, gegen die sie eingesetzt werden, sondern auch „die guten“, die zu den natürlichen Darmbewohnern gehören.

Je nach eingesetzter Wirksubstanz können Antibiotika bei bis zu 50% der Anwender Durchfall auslösen. Nicht immer werden diese Durchfälle mit dem eingenommenen Medikament in Verbindung gebracht, denn die unerwünschten Effekte können erst Wochen nach Ende der Antibiotika-Therapie auftreten. Es stehen auch weniger Bakterien zu Verfügung, um unverdauliche Kohlenhydrate der zugeführten Nahrung abzubauen. Somit gelangen größere Mengen davon in den Enddarm. Die Folge ist, dass durch vermehrte Wasseranziehung der Stuhl flüssiger wird.

Zwar ist der akute Durchfall meistens nach ein paar Tagen vorbei, es können aber viele Monate vergehen, bis das natürliche Gleichgewicht der Darmbakterien wiederhergestellt ist. Es ist also sinnvoll, bei einer Antibiotikagabe zusätzlich Probiotika zu verabreichen, um das Mikrobiom aufrechtzuerhalten und so den Beschwerden vorzubeugen. Die Einnahme kann bereits parallel zur Antibiotika-Behandlung beginnen, aber mit einem zeitlichen Abstand von ungefähr zwei bis drei Stunden, und sollte nach Beendigung der Therapie zumeist noch über mehrere Tage bis Wochen fortgesetzt werden.

Wenn Sie Nebenwirkungen bezüglich dem verordneten Antibiotikum spüren, ist es wichtig, dieses Antibiotikum nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt abzusetzen.

Unsere Empfehlung:
Eine unkritische vorbeugende Einnahme von Probiotika sollte mit Vorsicht betrieben werden, da möglicherweise die Entwicklung der natürlichen Darmflora durch diese Präparate sogar gehemmt werden könnte.

Foto/Video: © Kleber Cordeiro Costa / 123RF

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