Wissenswert: Schwerpunkt Halsschmerz
Akute Halsschmerzen in der klassischen Selbstmedikation

Schmerzen im Hals sind häufig das erste Symptom einer akuten Infektion im Bereich der oberen Atemwege. Mehrheitlich sind Viren, vor allem „Erkältungsviren“, für die Infektion verantwortlich. Aber auch eine Überbelastung der Stimme und eine Reizung der Atemwege durch Rauch, Staub und Trockenheit der Luft können dafür Ursache sein.

Typische Symptome

  • Trockenheitsgefühl, rauer Hals
  • Rötung, Anschwellen der Schleimhäute, „Kloßgefühl“
  • Brennen, Kratzen
  • Schmerzen beim Schlucken und Sprechen
  • Schluckprobleme
  • Heiserkeit

Nach ein bis zwei Tagen ist meist der Höhepunkt bei akuten Halsschmerzen erreicht.

Therapieziel der Selbstmedikation

Rascher Rückgang der Entzündung und effektive Schmerzbehandlung.

Wann zum Arzt?

Kinder unter 2 Jahren
Schwangere, Stillende
Plötzliche und sehr starke Heiserkeit
Chronische Halsentzündung über 2 Wochen
Hohes Fieber über 39°C
Geschwollene, eitrige Mandeln
Geschwollene Lymphknoten
Eitriger oder blutiger Auswurf
Ohrenschmerzen
Chronische Heiserkeit

Wirksames für die klassische Selbstmedikation

Alle Rachentherapeutika sollten gleichmäßig über den Tag verteilt und nach den Mahlzeiten angewendet werden, um den Wirkstoffen eine möglichst lange Verweildauer zu ermöglichen.

Lutschtabletten regen den Speichelfluss an, und die Schleimhäute werden befeuchtet. Die jeweiligen Arzneistoffe stehen lokal zur Verfügung und entfalten ihre Wirkung direkt am Ort des Entzündungsgeschehens.

Salztabletten“ mit entsprechendem Quellsalz fördern die natürliche Feuchtigkeitsbildung auf den Schleimhäuten des Mund- und Rachenraumes. Sie sind gerade am Beginn einer Erkältung, wenn der Hals noch nicht schmerzt, sondern nur unangenehm kratzt, hilfreich.

Lutschtpastillen mit Hyaluronsäure erzeugen beim Einwirken auf der Schleimhaut einen Hydrogel-Komplex, der sich darauflegt und „kleben“ bleibt. Die Rachenschleimhaut wird dadurch langanhaltend befeuchtet und gegenüber weiteren Reizungen geschützt.

Gurgellösungen spülen und benetzen die Rachenschleimhaut, ohne tiefer gelegene Bereiche, wie Rachen und Kehlkopf, zu erreichen. Die Einwirkzeit des Wirkstoffes ist dabei gering. Gurgellösungen eignen sich ausgezeichnet zur Desinfektion der Mundhöhle am Beginn einer Erkältung, um die Ausbreitung der Erreger einzudämmen.

Durch die Anwendung von Rachensprays können relevante Wirkstoffe auch an tiefergelegenen Regionen des Rachens aufgebracht werden.

Benzydamin, ein Arzneistoff, der lokal entzündungshemmend, schmerzlindernd, antibakteriell und betäubend wirkt, hat sich in Form von Lutschpastille, Gurgellösung oder auch als Spray zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen und Reizungen im Mund- und Rachenraum bewährt.

Flurbiprofen ist ein entzündungshemmender Wirkstoff, der bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren zur kurzfristigen symptomatischen Behandlung von Entzündungen im Rachenraum Anwendung findet. Die Wirkung tritt nach einer halben Stunde ein und hält bis zu drei Stunden an. Nebenwirkungen und Kontraindikationen entsprechen denen eines klassischen entzündungshemmenden Schmerzmittels. Fragen Sie diesbezüglich in Ihrer Apotheke nach!

Neben chemisch-synthetischen Wirkstoffen können wir in der Kamillen-Apotheke Halsschmerzpatienten erfahrungsgemäß auch verschiedene pflanzliche und alternativmedizinische Präparate empfehlen.

Pflanzliches bietet der gereizten Mund- und Rachenschleimhaut Schutz und trägt zu ihrer Regeneration bei. Allerdings ist dabei eine sofortige Schmerzlinderung meistens nicht zu erreichen. Darin enthalten sind vor allem Eibischwurzel, Malvenblüten und Malvenblätter sowie Isländisches Moos.

Als ätherische Öle finden sich in Lutschpastillen für den Hals unter anderem Thymian-, Eukalyptus-, Fenchel- und Salbeiöl.

Foto/Video: © Roberto Biasini / 123RF

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