Wissenswert: Thema Naturheilkunde
Andorn – die Arzneipflanze des Jahres 2018

Die in diesem Jahr im Blickpunkt stehende Arzneipflanze ist in der Praxis weitgehend unbekannt. Jahrhunderte lang jedoch gehörte dieser Lippenblütler zu den beliebtesten Heilpflanzen.

Andornkraut besteht aus den oberirdischen Teilen von Marrubium vulgare L. und enthält vorwiegend Bitterstoffe und Gerbstoffe. Diese Wirkstoffkombination begründet die Anwendung bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen sowie bei Magenbeschwerden und die Anwendung bei Katarrhen der Atemwege. Die Bitterstoffe stimulieren den Magen, wodurch die Gallen- und die Bauchspeicheldrüsen-Sekretion sowie die Darmperistaltik angeregt werden. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt, ebenso sind keine Gegenanzeigen zu beachten.

Für eine Tasse Tee wird ein Teelöffel fein geschnittenes Andornkraut mit kochendem Wasser übergossen, 10 Minuten ziehen gelassen und dann abgeseiht. Bei Völlegefühl und Blähungen vor den Mahlzeiten eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken.

Eine Kombination mit Pfefferminze, Löwenzahn und Curcuma ist bei Magen-Darm-Beschwerden sinnvoll. Bei Erkrankungen der Atemwege mehrmals täglich eine Tasse Andorn-Tee mit etwas Honig oder Kandiszucker gesüßt zu sich nehmen.

Da in der Praxis keine Fertigarzneimittel bekannt sind, empfehlen wir in der Kamillen-Apotheke gerne die Anwendung der Tinktur. 3mal täglich 15 Tropfen Andorn-Tinktur wird zu den Mahlzeiten in ausreichend Flüssigkeit eingenommen.

Foto/Video: © Fotolia / photo 5000

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