Wissenswert: Schwerpunkt Leber
Die Leber “Unsere Entgiftungszentrale”

Immer wieder klagen Kunden der Kamillen-Apotheke über Schlafprobleme und regelmäßiges Aufwachen zwischen 1 Uhr und 3 Uhr früh. Man könnte nun diesen, deswegen um „alternativen“ Rat fragenden Kunden, verschiedene beruhigende bzw. Einschlaf fördernde Heilpflanzen als Hilfe anbieten. Aber bei genauerer Betrachtung und bei Kenntnis der „Chinesischen Organ-Uhr“ kann diese Symptomatik jedoch auch einer gestörten Leberfunktion zugeordnet werden, denn die Leber weist gerade zwischen 1 Uhr und 3 Uhr ihr Aktivitätsmaximum auf.

Der eigenartige Bau und die große Vielfalt der Leberzellen weist schon darauf hin, dass das „Kraftwerk“ Leber eine ganz besondere Aufgabe in unserem Körper zu erfüllen hat. Mit ihrem Gewicht von 1,5 bis 2 kg ist sie die größte Drüse und das wichtigste Stoffwechselorgan des Menschen. Die Leber besitzt ungefähr 250 Milliarden Zellen, deren Arbeit so wichtig ist, dass die Schaffung und Erhaltung einer guten Gesundheit wesentlich von der richtigen und genauen Durchführung der zugewiesenen Aufgabe abhängt. Zu ihren vielfältigen Tätigkeiten zählen der Auf- und Abbau stoffwechseleigener und stoffwechselfremder Substanzen. Dazu kommen die Aufnahme und Verwertung von Nahrungsbestandteilen, die Bereitstellung lebensnotwendiger Eiweißstoffe, die Gewinnung von Energie durch Abbau von Fetten sowie die Regulation des Immun- und Hormonsystems. Sie ist ein Mineralstoff- und Vitaminspeicher und zuständig für die Entgiftung des Blutes. In 24 Stunden filtriert die Leber bis zu 2000 Liter Blut.

Der zuführende Blutstrom, der alle in den Verdauungsorganen aufgenommenen Stoffe enthält, ist die Pfortader. Sie ist mit einem schön entwickelten Baum zu vergleichen, der einen kräftigen Stamm und eine Krone mit Tausenden von Ästen hat. Diese sind an den Tausenden kleinen Saugapparaten und feinen Aufnahmedrüsen des Darmes angeschlossen und führen nun alle verdauten Stoffe der Leber zur Weiterverarbeitung zu. Neben vielen wertvollen Nährstoffen werden allerdings auch sämtliche Schadstoffe durch das Pfortadersystem in die Leber geleitet.

Medikamente, zu viel Alkohol, wenig Bewegung und Schlaf, schlechte Luft und andere Umwelteinflüsse, fettes Fast Food, Konservierungs-, Spritz- und Düngemittel, künstliche Lebensmittelfarben und -aromen, Stress und Ärger belasten die Leber. Würde sie sprechen können, müsste sie öfters warnend rufen: „Halt, halt, welche unnützen und schädlichen Stoffe führst du mir denn da eigentlich zu? Ich bin doch keine Mülldeponie!“

Die Leber ist zwar das einzige Organ im Körper, das sich in wenigen Wochen komplett regenerieren kann, wenn sie sich jedoch bemerkbar macht, ist ihre Schädigung oft schon so weit fortgeschritten, dass die Selbstreparatur nicht mehr funktioniert. „Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit!“ Ein untrügliches Kennzeichen, dass unsere Leber irgendwie geschädigt worden ist, finden wir auch in der unüberwindbaren Abneigung gegenüber fett gebackenen Speisen sowie in einer großen Empfindlichkeit gegenüber dem Genuss von Früchten, Orangen und Orangensaft. Steinobst bereitet dann ebenfalls Schwierigkeiten. Unsere Leber kann den Fruchtzucker nicht mehr verarbeiten. Ein weiteres Lebersymptom mag in einem lästigen Juckreiz liegen, der sich so unerträglich äußern kann, dass man die Haut wund kratzen möchte. Unstillbares Durstgefühl kann als Leberreizung gewertet werden, insofern dieses nicht auf eine mangelnde Bauchspeicheldrüsentätigkeit oder gar auf Zuckerkrankheit hinweist. Sehr typisch ist bei Leberstörungen auch unser seelisches Versagen. Wir fühlen uns niedergeschlagen und können uns nicht mehr freuen, sind meist missmutig. Sprichwörtlich heißt es: „Ist dir eine Laus über die Leber gelaufen?“

Bei jenen Personen allerdings, die sich normale Voraussetzungen schaffen, indem sie für eine gesunde Ernährung sorgen und danach trachten, ihr Gleichgewicht zwischen geistiger und körperlicher Tätigkeit zu wahren, bewältigt das große Laboratorium der Leber alles, was ihm aufgetragen wird. Sämtliche Bestandteile, die durch das Pfortadersystem in die Leber gelangen, werden so meisterhaft verarbeitet, dass die Hohlvene nichts durchlässt, was dem Körper schaden könnte.

Wenn also für eine gute Leberfunktion gesorgt wird, ist das möglicherweise wichtiger als die gesamte übrige Gesundheitspflege. Eine gute Leberleistung unterstützen u. a. Auszüge der Heilpflanzen Mariendistel, Artischocke und Löwenzahn sowie Schwedenkräuter, deren Bitterstoffe den Nahrungsmittelabbau verbessern und dadurch die Stoffwechsel- und Entgiftungsfunktion der Leber erleichtern.



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