Wissenswert: Thema Naturheilkunde
Schwedenbitter

Manche Kunden, die regelmäßig Schwedenbitter in der Kamillen-Apotheke kaufen, äußern sich immer wieder: „Ich nehme jeden Tag ein kleines Stamperl Schwedenbitter, das ist mein Gesundheitsgeheimnis.“

In einer „Alten Handschrift“ wird in 46 Punkten erläutert, wie die Schwedenkräuter jede Krankheit heilen. Einige Gedanken aus der „Abschrift von der Heilkraft der Schwedenkräutertropfen“ sind:

„Hat man Magenkrämpfe, so nehme man bei einem Anfall einen Esslöffel voll ein. Man wird bald die Linderung verspüren. Die Tropfen sind auch ein vortreffliches Mittel für den Magen, wenn er schlecht verdaut und die Speisen nicht behält. Blasen an der Zunge oder sonstige Schäden werden damit fleißig befeuchtet, wodurch die Heilung in kurzer Zeit eintritt. Wenn jemand nicht mit Appetit essen kann, bringen sie den verlorenen Geschmack wieder. Rheumatische Schmerzen in den Gliedern werden genommen, wenn man die Tropfen morgens und abends einnimmt und auf die schmerzenden Stellen feuchte Lappen legt.“

Maria Treben hat der Rezeptur des Schwedenbitters zu großer Bekanntheit verholfen, obwohl diese ursprünglich nicht auf sie zurückgeht. Das Rezept stammt aus dem Nachlass eines berühmten schwedischen Arztes. Dieser verunglückte beim Reiten in seinem 104. Lebensjahr. Es haben auch alle anderen Familienmitglieder ein ungewöhnlich hohes Alter erreicht. „Wer täglich diese Tropfen nimmt, braucht keine andere Medizin“ (Maria Treben).

Bei einer solchen Aussage ist natürlich Zurückhaltung geboten. Schwedenbitter ist ein altbewährtes Hausmittel und wird traditionell wegen der wohltuenden Eigenschaften als Verdauungsgetränk genommen, um den Genuss reichhaltiger Speisen zu erleichtern. Die Originalrezeptur des „Kleinen Schwedenbitters“ findet man in dem Buch von Maria Treben „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“. Im Handel sind viele Magenbitter und Kräuterliköre sowie bittere Heilkräutermischungen, mit welchen der Schwedenbitter selbst angesetzt werden kann.

Die Zusammensetzungen sind allerdings sehr unterschiedlich, so fehlen manchmal die abführenden Arzneipflanzen wie Sennesblätter. Aloe ist oft durch Angelikawurzel ersetzt und es können unterschiedliche Aromen oder auch Kandiszucker zugesetzt sein. Die zum Verkauf stehenden Schwedenbitter sind überwiegend als Lebensmittel in Verkehr und beinhalten meistens keinen Beipackzettel, sondern höchstens eine „Produktinformation“. Darauf fehlt in vielen Fällen die Angabe der Wirkstoffe, stattdessen gibt es eine Zutatenliste.

Ein in der Apotheke erhältlicher „Original-Schwedenbitter“ ist durch das Arzneimittelgesetz geregelt, das die Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit festlegt.

Foto/Video: © Fotolia / TwilightArtPictures

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