Wissenswert: Schwerpunkt Säure-Basen-Gleichgewicht
Das Säure-Basen-Gleichgewicht: “Physiologie”

Der Säure-Basen-Haushalt zählt mit und neben dem Wasser- und Elektrolyt-Haushalt zum Grundregulationssystem des menschlichen Organismus. Alle biologischen Zusammenhänge in der Natur stehen in einem ebenso komplexen wie labilen Gleichgewicht. Schon kleine Eingriffe oder Störungen von außen können zu einer Verschiebung dieses Gleichgewichts führen.

Die kleinste Einheit im Körper ist die Zelle. In jeder Zelle befinden sich Wasser und viele chemische Substanzen verschiedenen Ursprungs. Dazu gehören unter anderem Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalium, Natrium, Magnesium, Eisen, Mangan, Zink u. a.

Jede Zelle wird auch von einer Flüssigkeit (Lymphe) umspült, die den Stoffaustausch von Zelle zu Zelle gewährleistet. Es gibt Situationen, in denen es durch das schlechte Funktionieren der Zellen bzw. eines Ausscheidungsorgans zu einer starken Ansammlung von Schadstoffen kommt.

Der Säure-Basen-Haushalt im Körper spielt eine wesentliche Rolle für das gute Funktionieren unseres Organismus.

Die Säurekonzentration der Körperflüssigkeiten ist eine wichtige Größe. Durch den sog. pH-Wert wird die vorhandene Konzentration an Wasserstoffionen (H+) in einer Lösung oder Körperflüssigkeit charakterisiert.

Für den Organismus ist der pH-Wert (d. h. der Säuregrad) von großer Wichtigkeit, weil die Enzyme, die kleinen „Arbeiter“ in der Zelle, die an allen biologischen Vorgängen im Körper beteiligt sind, ihre Arbeit nur bei einem ganz bestimmten pH-Wert verrichten können. Es gibt Enzyme, die brauchen eine saure Umgebung, andere ein basische.

Der pH-Wert des Blutes muss sehr konstant gehalten werden. Er liegt durchschnittlich bei 7,4. Werte unter 7,37 bezeichnet man als Azidose, Werte über 7,43 als Alkalose. Beide Zustände sind lebensbedrohlich und müssen vom Organismus sofort ausgeglichen werden. Eine Störung des Säure-Basen-Haushalts findet nicht im Blut sondern im Bindegewebe statt.

Der pH-Wert verschiedener Körperflüssigkeiten kann sehr unterschiedlich sein. Die meisten Schad- oder Schlackenstoffe, aber auch überschüssige Säuren aus Blut und Körperflüssigkeit, werden durch die Nieren mit dem Urin ausgeschieden oder im Bindegewebe eingelagert.

Der pH-Wert des Urins gibt Aufschluss über den Säuregehalt des gesamten Organismus. Normalerweise ist der pH-Wert des Urins neutral bis leicht sauer. Der „Normalwert“ liegt bei 6,2 bis 6,8. Allerdings ist der pH-Wert im Verlauf des Tages Schwankungen unterworfen. Vor allem der Morgenharn ist bei vielen Menschen sauer. Diese Tatsache ist gut, solange die Werte zwischen pH 6 und 7 liegen. Das zeigt, dass Säuren, die während der Nacht im Stoffwechsel anfallen, ausgeschieden werden.

Beim enzymabhängigen Nahrungsabbau im Körper entstehen Säuren. Die einzige Säure in unserem Körper, die frei vorkommt, ist die Salzsäure des Magens. Nun könnten beim Nahrungsabbau aus dem Schwefel, dem Stickstoff und aus dem Phosphor auch Schwefelsäure, Salpetersäure und Phosphorsäure entstehen. Um sich vor diesen Säuren zu schützen, verwendet der Organismus einen „chemischen Trick“: Jede Säure wird an eine Base gekoppelt. Es entsteht ein neutrales Salz. Der größte Schutz des Körpers besteht in diesem Neutralisationssystem, auch Puffersystem genannt. Stoffwechsel-Puffersysteme sind der Natriumkarbonat-Puffer, Hämoglobin-Puffer, Eiweiß-Puffer und der Phosphat-Puffer. Die Nieren scheiden die neutralen Salze aus, die Haut und der Darm scheiden saure und basische Schlacken aus, die Lungen bewirken eine Abatmung von Kohlensäure und das Bindegewebe speichert Stoffwechselschlacken.

Zur Neutralisation verwendet der Organismus hauptsächlich basische Mineralstoffe. Wenn man bedenkt, dass sich die Mineralsalze im organischen Gewebe wie Blut, Zellflüssigkeiten oder in den Knochen befinden, versteht sich von selbst, dass die andauernde und massive Übersäuerung nach und nach zu einer Demineralisation des Organismus führt.

Folgen des gestörten Säure-Basen-Haushalts

Grundsätzlich unterscheidet man direkte und indirekte Schäden, die durch Übersäuerung entstehen.

Zu den direkten Folgen der Übersäuerung gehört z. B. das Brennen beim Harnlassen. Häufig kommt es auch zur Bildung von Ekzemen, verursacht durch zu sauren Schweiß (hauptsächlich in den Achselhöhlen). Letztlich können aber alle Organe von der Übersäuerung direkt betroffen werden.

Die Demineralisation gehört zu den indirekten Folgen der Übersäuerung. Sie wirkt sich nachteilig auf den Knochenaufbau aus. Die Gelenke leiden (Rheumatismus, Arthrose), die Zähne werden von Karies befallen. Auch zu Muskelkrämpfen kann es kommen. Die Fingernägel brechen, die Haare fallen aus und der Blutdruck sinkt. Die Abwehrkraft des Organismus reduziert sich. Die Folge sind häufige und resistente Infektionen der Organe, die am stärksten von der Übersäuerung betroffen sind.

Weitere Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten, die durch Übersäuerung verursacht werden können, sind: Müdigkeit, schwere Glieder, Reizbarkeit, Neigung zu Depressionen, fehlender Antrieb, Kopfschmerzen, Zahnfleischschwund, Darmkrämpfe, verstärkte Allergieneigung, leicht entzündliche Schleimhäute der Nase, des Halses und der Nebenhöhlen, Schwindel, Nervenschmerzen, usw.

In dieser Situation können wir dem Körper helfen, indem wir

  • weniger Säure bildende Speisen essen und
  • dem Körper vermehrt basische Mineralstoffe zuführen.

Häufig vorkommende Mineralien im Organismus:

Saure Mineralien:
Schwefel, Phosphor, Chlor, Fluor, Jod, Silizium.

Basische Mineralien:
Natrium, Kalium/Calcium, Magnesium, Kupfer, Eisen, Mangan.

 

Foto/Video: © Fotolia / Andrey Popov

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