Wissenswert: Schwerpunkt Kopflaus
Kopflausbefall – Die besten Tipps

Kopfläuse sind in Europa seit Langem heimisch. Sie übertragen zwar keine Krankheiten, verbreiten sich aber sehr schnell und sind vor allem bei Kindern ein Problem. Überall dort, wo viele Menschen zusammenkommen, ist die Gefahr eines Lausbefalls besonders groß. In Kindergärten und Volksschulen ist fast das ganze Jahr Kopflaussaison.

Pediculus capitis, die Kinderlaus, Kopflaus oder Haarlaus, ist ein Blut saugendes, flügelloses Insekt und lebt im Haar, meistens in den Schläfen- und Nackenpartien, ferner im Barthaar und in den Augenbrauen. Lange Haare machen das Kind nicht anfälliger für Kopfläuse, lediglich bei einer Haarlänge von unter 2 cm fällt es den Tieren schwer, sich anzuhaften, sie können es aber dennoch schaffen.

Der Befall mit diesen Läusen verrät sich gewöhnlich durch die Anwesenheit heller Eier (Nissen), die vom Weibchen abgelegt werden. Die Eier werden mit einem wasserunlöslichen Kitt an die Kopfhaare geklebt. Sie haften dort wegen des überaus widerstandsfähigen Klebesekretes sehr fest, so dass sie durch einfache Haarwäsche nicht entfernt werden können. Dementsprechend beugt häufiges Haare waschen einem Lausbefall nicht vor.

Für die Entwicklung des Lausembryos ist eine Temperatur von über 22°C notwendig. Bei idealen Bedingungen schlüpft die Laus nach 7 bis 10 Tagen. Die Kopfläuse sind ungefähr 3 mm groß, die Farbe geht von weiß (kurz nach dem Schlüpfen), über grau, braun, bis schwarz. Unter optimalen Bedingungen kann eine Laus 20 bis maximal 30 Tage überleben und täglich bis zu 10 Eier legen. Läuse sterben bei einer Temperatur von über 50°C (Sauna!) relativ rasch, wogegen sie bei tiefen Temperaturen (unter minus 20°C) eher überleben.

Kopfläuse können nicht springen oder fliegen, die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch durch Kriechen der Parasiten von einem Kopf zum anderen. Auch über Läuse befallene, nebeneinander hängende Kopfbedeckungen oder über gemeinsam benutzte Decken, Kämme, Haarbürsten, Spieltiere usw. ist eine Weiterverbreitung möglich.

Das erste und typische Anzeichen für den Lausbefall ist ein starkes Jucken der Kopfhaut, welches durch den Stich des Parasiten verursacht wird. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits eine beträchtliche Anzahl von Kopfläusen vorhanden. Kratzen sich Kinder häufig am Kopf, sollte stets an Läuse gedacht werden und eine genaue Inspektion der Haare und vor allem der Haaransätze durchgeführt werden.

Es ist keine Schande Kopfläuse zu bekommen, aber es ist eine, sie zu behalten. Unter anderem können bei einem Massenbefall auch großflächige, nässende Ekzeme mit Lymphknotenbefall beobachtet werden. Die Bekämpfung darf sich nicht nur auf die befallenen Personen beschränken, sondern muss alle Kontaktpersonen einschließen. Kinder sollten dabei nicht zur Schule, zum Hort oder Kindergarten geschickt werden.

Eine radikale Therapie wie das Kopfscheren, gehört der Vergangenheit an. Die erste Maßnahme ist die Anwendung eines Anti-Laus-Mittels. Präparate auf physikalischer Basis wie Dimeticon, dringen tief in das Atemsystem der Läuse ein und führen zum Ersticken der Tiere.

Auch kombinierte Produkte mit Kokosnuss-, Anis-, Neem- oder Ylang-Ylang-Öl sind erhältlich, weil die Eindringtiefe der verschiedenen Öle unterschiedlich ist. Fragen Sie in der Kamillen-Apotheke nach dem bewährten und selbst gemachten Anti-Laus-Aromaspray, der nicht nur ausgezeichnet wirkt, sondern auch gut duftet.

Der wichtigste Tipp für die Anwendung eines Lausmittels ist die konsequente und richtige Anwendung bezüglich Häufigkeit und Anwendungsdauer. Wirkt ein Mittel nicht, wurde es in der Regel fehlerhaft verwendet.

Eine ausreichende Menge des Präparates auf die Kopfhaut auftragen, um das ganze Haar damit zu bedecken. Die Menge richtet sich nach der Haarlänge. Es muss das gesamte Haar bis hinunter zur Kopfhaut durchtränkt sein. Anschließend massiert man es sorgfältig ein und lässt es, wie es auf der Packung angegeben ist, einwirken. Im nächsten Schritt wird das Shampoo gründlich mit lauwarmem Wasser aus dem Haar gespült.

Wiederholen sie die Prozedur noch einmal. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, die für alle Lausmittel gelten, ist die Behandlung im Intervall 1., 4. und 7. Tag die derzeit beste Methode, um Läuse und deren Nissen zu beseitigen. Sobald die Läuse abgetötet wurden, sollten sie automatisch aus dem Haar fallen.

Ergänzend ist die Anwendung eines speziellen Läuse- und Nissenkamms wichtig. Gute Produkte bestehen aus besonders eng stehenden Metallzinken. Abrundungen sorgen dafür, dass die Kopfhaut nicht angegriffen wird. Empfehlenswert ist es, den Läusekamm vor der Anwendung in eine Lösung aus einem Teil Wasser und einem Teil Essig zu tauchen, denn dadurch lösen sich die Nissen leichter.

7 bis 14 Tage nach jeder Läusebehandlung ist eine exakte Kontrolle vorzunehmen!

Foto/Video: © Fotolia / Markus Wegmann

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