Wissenswert: Thema Naturheilkunde
Lavendel fein – das ätherische Öl des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia Mill.)

Am Lavendel führt kein Weg vorbei. Er wird seit Jahrtausenden in vielfältiger Weise genutzt. Der botanische Name leitet sich vom lateinischen Wort für „waschen“ („lavare“) ab, denn schon die Römer verwendeten Lavendel vorwiegend als wohltuenden Badezusatz.

Verschiedene Völker verbrannten beim Ausbruch von Epidemien die stark duftenden Lavendelzweige als Abwehrmittel gegen „schlechte Dünste“ in Krankenzimmern und räucherten damit die Räume aus. Als Schutz vor Ansteckung produzierte man einen Kräuteressig mit Lavendel, mit dem man Tücher und Schwämme tränkte, die vor Mund und Nase gehalten wurden.

Mit dem Lavendelöl hat uns die Natur eine der reichsten Kompositionen geschenkt. Es ist das wichtigste und beliebteste ätherische Öl in der Aromatherapie. Wir unterscheiden zwischen dem Echten Lavendelöl, bekannt als „Lavendel fein“ oder „Lavendel extra“, dem Speik-Lavendelöl („Lavandin“) und dem Schopf-Lavendelöl, die neben ihren Gemeinsamkeiten auch einige unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.

„Lavendel fein“ wird auf Feldern angebaut und besitzt ungefähr 140 chemische Bestandteile. Der Duft ist rein und frisch und erzeugt ein Gefühl der Weite. Er wirkt so wie er gerade gebraucht wird, er gleicht aus.

Lavendelöl hilft bei Schlaflosigkeit, seelischen Belastungen, Kopfschmerzen und Migräne, bei Herzbeklemmung und Erregungszuständen. Es harmonisiert und beruhigt, wenn wir verstimmt und verspannt sind. Bei Unsicherheit macht es uns wach, damit wir unsere Entscheidungsschwäche überwinden und schwierige Situationen meistern können.

Durch die körperliche Heilkraft und der erstaunlich großen schmerzstillenden Wirkung ist „Lavendel fein“ unter anderem die beste erste Hilfe bei kleinen Wunden, Verbrennungen und Insektenstichen. Es wird dabei unverdünnt (eine Ausnahme in der Aromatherapie!) direkt auf die Haut aufgetragen oder aufgesprüht. In Johanniskrautöl verschüttelt verheilt dadurch Sonnenbrand schnell. Die Anwendung sollte mehrmals täglich wiederholt werden.

Verdünntes Lavendelöl eignet sich ausgezeichnet für Massagen bei Rheuma und Muskelschmerzen. In der Naturkosmetik schätzt man die milde, ausgleichende und durchblutungsfördernde Wirkung der Lavendelessenz. Wie „Neroli“ fördert sie die Bildung von neuen Hautzellen und dient so als natürliches Hautverjüngungsmittel.

Einige Tropfen „Lavendel fein“ im letzten Spülgang der Waschmaschine verleihen der Bekleidung einen zarten Lavendelduft. Viele schätzen dieses frische, saubere Aroma in Wäsche, Bettwäsche und Schränken. Nur Motten mögen es nicht.

Die Güte des Lavendelöls wird nach seinem Estergehalt bemessen. Je höher die Gebirgslage, in der Lavendel wächst, desto größer ist der Gehalt an Ester und desto besser ist die Qualität.

Leider wird der Echte Lavendel durch Zusatz synthetischer Ester oder durch Zugabe von Rosmarin- oder Lavandin-Öl häufig verfälscht. Deshalb haben wir in der Kamillen-Apotheke das reine ätherische Öl des Lavandula angustifolia aus genau definierten Anbaugebieten mit streng vorgeschriebenen Produktionsmethoden vorrätig.

Foto/Video: © madeleinesteinbach / 123RF

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