Wissenswert: Thema Naturheilkunde
Knochengesundheit und Mikronährstoffe

Der Knochen ist ein lebendes Organ und wird durch Substanz aufbauende und Substanz abbauende Zellen kontinuierlich an die funktionellen und statischen Bedürfnisse angepasst und entsprechend umgebaut. Eine zu hohe oder zu niedrige Aktivität der beiden Zelltypen zeigt schwerwiegende Auswirkungen auf unsere Knochengesundheit.

Bis zum 35. Lebensjahr überwiegen generell die Knochen aufbauenden Prozesse, bis schließlich vermehrt altersbedingte Abbauprozesse zu beobachten sind. Bereits junge Menschen sollten heutzutage vorbeugend aktiv werden und der Knochengesundheit mehr Aufmerksamkeit widmen.

Neben Lebensstil, Bewegung und Körpergewicht stehen diesbezüglich vor allem die Mikronährstoffe Calcium, Vitamin D3 und K2 sowie Magnesium im Vordergrund. Aus orthomolekularer Sicht scheint besonders Vitamin K2 neue Optionen im Sinne „Vorteil im Knochenstoffwechsel“ und in der Gefäßgesundheit zu öffnen.

Die Gabe von Calcium und Vitamin D3 hat sich als begleitende Therapie der Osteoporose in Bezug auf die Knochengesundheit gut bewährt. Dennoch zeigen aktuelle Langzeitstudien, dass die jahrelange Einnahme derartiger Ergänzungen die Einlagerung von überschüssigem Calcium in den Arterienwänden intensiviert und somit Herz- und Gefäßprobleme hervorrufen kann.

Eine Lösung dürfte laut heutigem Wissensstand Vitamin K2 bieten, das im biochemischen Gleichgewicht mit Calcium, Vitamin D3 und Magnesium eng zusammenarbeitet. Fehlt Vitamin K2, kann das aus der Nahrung aufgenommene Calcium nicht ausreichend in die Knochen eingebaut werden. Unerwünschte Calciumablagerungen in den Gefäßen sind die Folge.

Vitamin K liegt natürlicherweise als Vitamin K1 und K2 vor. Die Funktionen und der Stoffwechsel beider K-Vitamine sind allerdings unterschiedlich.

Vitamin K1 (Phyllochinon) kommt vor allem im grünen Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl und Brokkoli vor. Die ausreichende Aufnahme über die Nahrung scheint bei regelmäßigem Verzehr von grünem Gemüse gesichert. Vitamin K1 wirkt zum größten Teil in der Leber im Rahmen der Blutgerinnung.  

Vitamin K2 (Menachinon) wird bakteriell produziert und über tierische und fermentierte Produkte konsumiert. Es aktiviert ebenfalls die Blutgerinnung und zeigt vor allem im Gewebe außerhalb der Leber vielfältige Wirkungen, die im Knochenstoffwechsel, aber auch beim Zellwachstum entscheidende Rollen spielen. Vitamin K2 lässt Versorgungslücken erkennen, da sich nennenswerte Quellen in unserer Ernährung in Grenzen halten. Vorbeugend ist die tägliche Aufnahme von 0,5-1 μg Vitamin K2 pro Kilogramm Körpergewicht empfehlenswert. Bei bestehender Osteoporose sollten täglich 2-4 μg Vitamin K2 pro Kilogramm Körpergewicht ergänzt werden, besonders dann, wenn langjährig die Kombination der beiden Mikronährstoffe Calcium und Vitamin D3 eingenommen wird.

Im Knochen befinden sich ungefähr 50% des Magnesiumbestandes sowie 30% der Zinkvorräte. Darüber hinaus ist Magnesium für die Aktivierung und den Transport von Vitamin D3 unentbehrlich. Beachtung verdienen zusätzlich die Spurenelemente Kupfer und Mangan, die verschiedene knochenspezifische Enzyme aktivieren. Es darf auch die Rolle von Vitamin C nicht unterschätzt werden, das bei der Kollagenbiosynthese beteiligt ist.

Foto/Video: © Fotolia / LIGHTFIELD STUDIOS

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