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Wissenswert: Thema Naturheilkunde
Der Echte Beinwell

Der Echte BeinwellSommerzeit ist Bewegungszeit. Bewegung macht jede Menge Spaß und ist für den gesamten Körper von großer gesundheitlicher Bedeutung.

Leider gibt es dabei auch Verletzungen. Die „Notfall-Apotheke Beinwell“ findet hier einen breiten Einsatzbereich. Bei Knochenbrüchen, Verletzungen und Gelenkschmerzen jeglicher Art hat sich seit jeher eine Pflanze bezahlt gemacht: „der Beinwell“ – „der den Gebeinen wohltut“, wie es im Althochdeutschen heißt. Dieser Name verpflichtet natürlich.

Der Echte Beinwell (lat. Symphytum officinale), auch als Wallwurz und Beinwurz bekannt, zählt zu den ältesten bekannten Heilpflanzen. Schon der griechische Arzt Dioskurides (40-90 n. Chr.) hat ihn in seinem Lehrbuch „Materia medica“ beschrieben und auch Hildegard von Bingen (1098-1179) erwähnt die Pflanze unter dem Namen „Consolida“ in ihren Aufzeichnungen.

Aus pharmazeutischer Sicht ist vor allem die Wurzel interessant. In ihr stecken die meisten wirksamen Bestandteile. Der Wichtigste unter ihnen ist das sogenannte Allantoin, das für die entzündungshemmende, schmerzstillende und wundheilungsfördernde Wirkung verantwortlich ist. Auch Mineralien wie Calcium, Phosphor, Eisen, Mangan, Kobalt und Kieselsäure sowie B-Vitamine und Vitamin C sind darin zu finden.

Natürlich wachsender Beinwell enthält neben den genannten Inhaltsstoffen aber auch Pyrrolizidin-Alkaloide (PA), welche die Pflanzen als Schutz vor Fressfeinden bilden. Diese sind giftig und können bei einer innerlichen Einnahme zu Übelkeit und Erbrechen führen und auf Dauer die Leber schädigen. Deshalb wurden speziell für pharmazeutische Zwecke optimierte Beinwellsorten herangezüchtet, die extrem arm an oder fast frei von schädlichen P-Alkaloiden sind.

Beinwell-Salben werden bei Knochenerkrankungen aller Art, Knochenhautreizungen, Verstauchungen, Blutergüssen, Quetschungen, schlecht heilenden Wunden, Sportverletzungen, Narbenschmerzen, rheumatischen Gelenkserkrankungen, Sehnenscheidenentzündung, Tennisarm und Arthrose angewandt. Die Traditionelle Europäische Medizin (TEM) verwendet Beinwell-Tinktur, 1:5 mit Wasser verdünnt, äußerlich bei Verletzungen, Verstauchungen, Wunden oder Hautproblemen.

Beinwell (Symphytum officinale) ist auch in der Homöopathie in Gebrauch. Symphytum-Globuli oder -Tropfen sind vor allem ein erstklassiges Wundheilmittel, besonders zur unterstützenden Behandlung nach Knochenfrakturen oder Bänderzerrungen.

Zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2026

Foto/Video: © tommeaker / 123RF

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