Wissenswert: Thema Naturheilkunde
Johanniskraut – Nerventee und modernes Antidepressivum

Die Kräfte des Lichtes werden von der Johanniskrautpflanze aufgenommen, in Blatt und Blüte in Öldrüsen gespeichert, und unserem Körper bei dessen Einnahme weitergegeben.

Schon unsere Vorfahren wussten, dass Johanniskraut die Kraft besitzt, unserem Organismus Sonnenlicht zu vermitteln. Für den Körper muss dies ein Zustand sein, wie wenn Sonnenstrahlen durch den tagelang andauernden Herbstnebel hervorbrechen.

Johanniskraut leuchtet uns im Sommer in trockener Wiese und am Wegrand entgegen. Die Heilpflanze enthält den roten Farbstoff Hypericin, der wissenschaftlich bestätigt, den Stoffwechsel aktiviert und Sauerstoff an die Zellen abgibt. Hiermit erklärte sich die Energie spendende Heilwirkung.

Schon früh erkannte man, dass Tiere mit hellfarbigem Fell, nach dem Verfüttern von Johanniskräutern im intensiven Sonnenlicht auf den Weiden, Brandblasen ähnliche Erscheinungen auf der Haut entwickelten, die durch das gegen das Licht überempfindlich machende Hypericin des Johanniskrautes und durch die intensive Besonnung hervorgerufen wurde. Für Menschen ist dieser Prozess nicht gefährlich, da Johanniskraut-Zubereitungen normalerweise nicht überdosiert eingenommen werden.

Der aus den Blüten und Blättern bereitete Tee wird bei Nervosität, Depressionen, nervöser Unruhe und Erschöpfung, geistiger Überanstrengung, Schlaflosigkeit, Ischias-Beschwerden und Hexenschuss empfohlen.

Zur Behandlung leichter und mittelschwerer Depressionen sollten aber die als Arzneimittel zugelassenen Johanniskrautextrakt-Fertigpräparate aus der Apotheke eingesetzt werden. Diese bilden eine sinnvolle Alternative gegenüber den mit zahlreichen Vorsichtsmaßnahmen behafteten chemisch-synthetischen Antidepressiva.

Die klinische Wirksamkeit und gute Verträglichkeit von Johanniskrautextrakt-Präparaten konnte in vielen kontrollierten Studien gut belegt werden. So ist keine Beeinträchtigung beim Bedienen von Maschinen oder bei der Teilnahme am Straßenverkehr zu befürchten.

Obwohl Versuche gezeigt haben, dass bei richtig dosierter Einnahme keine gesteigerte Lichtempfindlichkeit zu erwarten ist, wird während einer Johanniskraut-Therapie von zu starker Höhensonne oder dem Besuch eines Solariums abgeraten.

Johanniskraut-Extrakte können auch die Konzentration anderer gleichzeitig verabreichter Medikamente im Blut durch deren gesteigerten Abbau in der Leber so weit herabsetzen, dass diese nicht mehr wirksam sind. Ein Umstieg auf chemisch-synthetische Antidepressiva scheint allerdings keine Alternative zu sein, da auch viele dieser Arzneimittel diesen Effekt aufweisen.

Wie andere Antidepressiva müssen auch Johanniskrautextrakt-Präparate mindestens 6 Wochen lang eingenommen werden, bevor eine Wirkung erzielt werden kann.

Foto/Video: © Fotolia / goldbany

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